Podium Porträt 102 - Barbara Pumhösel

 

BARBARA PUMHÖSEL, geb. 1959 in Neustift bei Scheibbs, Niederösterreich. Studium (Romanistik/ Ethnologie) in Wien, Orléans und Florenz. Lebt, schreibt und übersetzt in Italien (Arnotal) und Niederösterreich (Erlauftal). Langjährige Tätigkeit in der Leseförderung. Außerdem Lektoratsarbeit und  Leitung von Lyrikwerkstätten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Mitglied des Literaturkreises PODIUM , der IG AutorInnen und der Compagnia delle poete. Teilnahme an verschiedenen Lyrikfestivals, z.B.: Poestate Lugano; Romapoesia; Voci lontane, voci sorelle (Florenz); zahlreiche Lesungen im In-und Ausland (u.a. Alte Schmiede Wien, Kästnervilla Dresden, Buchmesse Frankfurt, Aula de poesia de la Universitat de València und Germanistikinstitut, Germanistikinstitut der Univ. Bologna, La Sapienza Rom). Poetry Fellow der Bogliasco Foundation, Genua. Veröffentlichung von Kinderbüchern in italienischer Sprache (mit Übersetzungen ins Rumänische, Griechische, Türkische, Chinesische und einer Neuerscheinung in  Brasilien [Editora Espiral]). Prosatexte in Zeitschriften und Anthologien. Verschiedene Übersetzungsarbeiten (Italienisch > Deutsch, Deutsch > Italienisch, Englisch > Italienisch, Französisch > Deutsch). 2018 erscheint bei Launenweber in Köln B. Pumhösels Übersetzung von Malanotte. Stimmen in der Nacht der sizilianischen Autorin Marilina Giaquinta (Launenweber Köln). Preise, u. a. Anerkennungspreis für Literatur des Landes Niederöster-reich 2011, Premio Pippi 2012 (Bologna) und Premio Arcipelago itaca 2016 (Lyrikpreis).

Leseprobe

 

Aus DAS Ü IN GLÜCK UND FLÜGEL

 

 

 

 

 

Wander-

 

                bienen

 

                          gibt es

 

                                      noch

 

                                                 trotz allem

 

                           die erste

 

                       landet

 

        die zweite

 

die dritte

 

                sie werden

 

                               weniger

 

                                    haben aber

 

                             weiterhin 

 

          etwas was

 

uns fehlt

 

 

 

(Flügel)

 

 

 

 

 

 

 

Trotz der Dunkelheit schafft sie es,

 

die Lockstoffpunkte zu vermeiden.

 

Dann kommen die Farben, die Wellen,

 

das Unsichtbare dazwischen.

 

Wille, Gegenwindgebete, Flügelstille.

 

                                                  Aber wie

 

einem Spiralflug widerstehen,

 

                                               auch wenn er

 

in einer Lichtfalle endet?

 

 

 

(Noctua Pronuba)

 

 

 

 

 

 

 

 

das linke ist verhüllt

 

die beiden anderen sind

 

im Kopf und dort fertig-

 

zustellen (Figuren flattern

 

warten auf ihren Platz im Bild)

 

plötzlich zeigt sich

 

das letzte und das mittlere hat

 

                                            Flügel

 

fliegt wohin und weiter

 

Richtung Himmel und Hölle

 

spult Nummernspiele

 

Weltgerichte im Flug ab

 

nimmt das erste

 

                                         mit ohne

 

sich vor den Wachbesichtigenden

 

in Bewegung zu zeigen

 

                                          ohne mit

 

 

 

 (im Traum ein Triptychon)

 

 

 

eigentlich ist sie

 

der Hängebrücke Qu’eswachaka

 

viel ähnlicher

 

vom Blickwinkel der Ameisen aus 

 

                                            natürlich

 

nur dass sie hier

 

lediglich über Gras

 

und die alten Pfingstrosen führt

 

nicht über den Apurimac

 

in die Perspektive der zufällig

 

Anwesenden drängen

 

plötzlich andere Abgründe

 

die der Ameisen sind

 

pure Spekulation

 

aufhalten wird man sie nicht können

 

manche versuchen es

 

mit Salz sagt jemand

 

 

 

(aber wie Salz streuen auf einer Wäscheleine)

 

 

 

ein Sprung

 

über die Regenrinne am

 

Wegrand auf der Böschung

 

sind alle Plätze frei zwischen

 

Goldhafer und Blaugras

 

nützt ein Braun- (oder

 

ist es doch ein Rot)-kehlchen

 

eine Kerbelkrautdolde

 

                            als Sitzwarte

 

wiegt sich, wippt, ich

 

bewege mich nicht, nur

 

meine Augen bereiten

 

sich vor auf eine vor-

 

sichtig sich annähernde

 

 

 

         Kontemplation

 

  

 

und plötzlich ist es weg

 

folgt einem anderen

 

 

 

(Flügelwesen)

 

 

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