Medienecho

Buchkultur Heft 85, Feb./März 2003

Polen

Ein ganzes, 156 Seiten starkes Heft ausschließlich dem designierten EU-Neuling Polen gewidmet. Zusammengestellt wurden (und größtenteils auch übersetzt) die polnischen Texte von Doreen Daume, die vor allem neue, bei uns noch nie übersetzte Texte junger und spannender polnischer Autorinnen und Autoren vorstellt. Material polnischer Schreibender also, von denen manche Daume in Österreich bei zweisprachigen Lesungen dem interessierten Publikum empfehlen konnte. Im zweiten Teil des Heftes geben österreichische Autorinnen und Autoren Auskunft über ihre Erfahrungen und Gedanken zum Thema. Sehr gut auch die Zusatzinformationen: Wer beispielsweise mehr über polnische Literatur wissen will, bekommt die Adresse der polnischen Buchhandlung in Wien, darüber hinaus hat der in Wien lebende polnische Künstler Adam Adamczyk der Redaktion Bilder zur Verfügung gestellt. Auch das ausnehmend schöne Cover stammt von ihm.
 


Buchkultur Literaturkompass Nr. 1, Februar 2003

Lyrik mal 10

640 (!) Seiten zeitgenössische Lyrik aus Österreich, im handlichen Format (A-6) und im Schuber: Die kleine, feine Reihe "Podium Porträt" hat sich zum Geheimtipp gemausert. In der Alten Schmiede präsentiert Herausgeber Hannes Vyoral die Bände 8 (Julian Schutting), 9 (Christian Loidl)und 10 (Werner Herbst). Schutting und Herbst werden lesen, den Loidl-Band stellt Helmut Neundlinger vor (er schrieb das Vorwort dazu). Was den Reiz aller Bändchen ausmacht, sind nicht nur die ausgewählten Texte, sondern auch die umfassenden Bio-Bibliografien inklusive Foto und Typoskript der Urheber. In der Reihe weiters erschienen: Doris Mühringer, Gottfried W. Stix, Margarethe Herzele, Wilhelm Szabo, Alois Vogel, Ernst David und Hermann Jandl.
 


Österreichischer Rundfunk

Welche Bedeutung haben literarische Zeitschriften heute?

Mit mittlerweile 118 Heften, die im Lauf von 30 Jahren erschienen sind, nimmt die Zeitschrift Podium eine Sonderstellung am kurzlebigen Markt der Literaturzeitschriften ein. Aus einer regionalen Initiative 1971 von dem niederösterreichischen Autor Wilhelm Szabo ins Leben gerufen, wurde das Podium in den 70er Jahren eine Plattform, auf der sich die in jenen Jahren gespaltenen Lager des Österreichischen P.E.N. und der Grazer Autorenversammlung trafen.

Literatur auf der Straße

Erklärtes Ziel war es, die Literatur auf die Straße zu bringen. Lyrik-Flugblätter wurden verteilt und Podium-Autoren lasen ihre Arbeiten auf Straßen, Plätzen, in Schulen, Kaffeehäusern und Strafanstalten. "Auch wenn wir dort keine Abonnenten gewonnen haben", so der Maler und Autor Alois Vogel, der in den ersten 20 Jahren das Podium redaktionell betreute.

Geänderte Aufgaben

Der Druck, der auf der Literatur lastet, lastet auch auf den Literaturzeitschriften. Gerändert hat sich auch die Medienresonanz: Zeitschriften werden kaum mehr besprochen, klagen die Herausgeber, was sich wiederum negativ auf die Verbreitung auswirkt. Literaturzeitschriften haben zudem immer weniger Bedeutung als so genanntes Sprungbrett zu einem Verlag, wie auch Alois Vogel meint. Heute finden die Verlage die Leute schon selber, so Vogel.
Aber nicht nur die Verlage sind bei der Entdeckung neuer Talente aktiver geworden, weiß der Leiter des Otto Müller Verlags, Arno Kleibel, der die Zeitschrift Literatur und Kritik verlegt, eine Zeitschrift, die als betont österreichische Literaturzeitschrift vor allem den intellektuellen Dialog mit den Kulturen Mittel- und Südosteuropas pflegt. Es gäbe auch eine Vielzahl an Nachwuchsliteraturpreisen und die Medien. Nichtsdestotrotz würden auch von Literaturzeitschriften immer wieder Entdeckungen gemacht werden, sagt Arno Kleibel und nennt spontan den Autor Vladimir Vertlib.

Wenig Geld

Ob Wespennest, Manuskripte, Podium oder Kolik - eines gilt für alle: Autorenhonorare werden kaum bezahlt, die geringen Subventionen verschlingen die Produktionskosten. Und wenn regelmäßig neue Nummern erscheinen, so sind sie allesamt das Ergebnis einer beträchtlichen Selbstausbeutung. "Die Redakteure kriegen nichts bezahlt, die Autoren kriegen nichts bezahlt. Sonst wäre diese eine Zeitschrift nicht möglich", so bringt es Gustav Ernst auf den Punkt.

Lohnende Aufgabe

Wenn auch nicht im materiellen Bereich so sind Literaturzeitschriften trotz alldem Unternehmen, die sich lohnen, wie die Herausgeber bestätigen. So zieht Alois Vogel in Sachen "Podium", dessen Geschicke jetzt Manfred Chobot, Barbara Neuwirth, Sylvia Treudl und Hannes Vyoral lenken, eine positive Bilanz und spendet seinen Nachfolgern viel Lob.

dicht auf den versen

Mit einer umfangreichen Anthologie unter dem Titel "dicht auf den versen" legt das Podium nach 30 Jahren jetzt auch so etwas wie eine Leistungsbilanz vor, einen Einblick in die Vielfalt der Stimmen, die der Zeitschrift ihr Gepräge gegeben haben.

Kristina Pfoser
 


Thyla 2.10.2001


Thyla-Empfehlung"Zuallererst möchten wir dem Webdesign des Gerald Jatzek zu seiner fantastischen Gestaltung des Podiums gratulieren. Allein hierfür sollte es schon massenweise Auszeichnungen geben. Das Podium kommt ohne Frames aus, bleibt in der Übersichtlichkeit und Navigation dennoch präzise. Die Seiten sind hell und freundlich gehalten, laden unaufdringlich zum Lesen und Verweilen auf. Sie sind selbst mit einem 56-k-Modem blitzschnell geladen - all das zusammen ist für eine Literaturzeitschrift beispielhaft.
Das Podium fungiert als Verein und bietet eine Fülle an Themen rund um die Literatur, so dass man ohne weiteres Stunden dort verbringen kann, ohne dass auch nur eine Minute Langeweile aufkäme - im Gegenteil, die Vielfalt und Verknüpfungen der Themen und Projekte, die Kooperationen mit Autorenvereinigungen sowie das Engagement in kulturpolitischen Diskussionen ist äußerst spannend.
Es gibt aber noch eine Menge mehr beim Podium und seiner angeschlossenen eigenständigen Seiten zu entdecken; deshalb möchten wir den Tipp geben, diese Seite in den Favoriten zu übernehmen als ein Literatur-Portal aus Österreich für ganz Europa."
[Thyla]     [Rezension]
 


Format 2.4.2001


"'dicht auf den versen', eine Auswahl von 150 österreichischen Autoren aus drei Jahrzehnten. Fast das vom Verlag behauptete 'Maximum an österreichischer Lyrik'. Eine Einstiegsdroge zum Gedichtelesen!"
[s. Lyrik]
 


Die Presse 31.7.1998


"Das Literaturmagazin "PODIUM" bietet auf seiner Web-Site aktuelle Texte österreichischer Autoren, Nachrichten, Termine, Ausschreibungen und Links für Schreibende."
 


Wiener Zeitung, 27.6.1998


"Über die jüngsten Diskussionen zur Reform der Bundestheater wurde auf eine Grundlage des Theaters beinahe vergessen: auf die Stücke. In Erinnerung gerufen wird die Arbeit der Autoren nun in der aktuellen Ausgabe der Literaturzeitschrift PODIUM, die zeitgenössische österreichische Dramatik anhand zahlreicher Beispiele vorstellt. Bekannte Theaterautoren wie Thomas Baum, Gustav Ernst und Heinz Unger sind ebenso vertreten wie Schreibende, die man in erster Linie durch Prosa und Hörspiele kennt, beispielsweise Monika Helfer. Zu den Entdeckungen des Heftes gehören Andreas Staudinger und Christine Velan."
[s. Heft 108]
 


Stimme für Minderheiten 25/97


"Die in Wien erscheinende Literaturzeitschrift Podium widmet ihre neueste Nummer der türkischen Literatur. Bereits die Auswahl der AutorInnen und der Texte verspricht eine außergewöhnliche Lektüre."
[s. Heft 106]
 


1000+1 Buch 1/98


"Es (Podium 105, Anm.) ist eine interessante Mischung aus Fachbeiträgen und Originaltexten geworden, die Berührungsängste abbauen hilft. Berührungsängste zwischen "echter" Literatur für Erwachsene und Kinderliteratur, Berührungsängste zu den neuen Medien oder auch einfach Berührungsängste zwischen Kindern und Erwachsenen."
[s. Heft 105]



Buchkultur 4/97


"Podium 104: ...dabei stechen vor allem die Beiträge von Ilse Tielsch, Richard Weihs oder Norbert Silberbauer heraus. Was nicht heißt, daß die ganz schön verwegene Textauswahl der übrigen bedeutend schlechter ist. Im Gegenteil. Ein Heft, das man mit Sinn fürs Schräge, Eigenwillige und Absurde lesen sollte."
[s. Heft 104]
 


Die Presse 22.4.1997


"Neben der Literaturzeitschrift bringt Podium die einzige Lyrik-Buchreihe in Österreich heraus. Bisher erschienen bereits 69 Lyrik-Bände. Kein leichtes Unterfangen in einem Land wie unserem."
 


Buchkultur Nr. 41, 5/96


"Je nun - PODIUM, eine stille, aber konsequente Zähigkeit. Mit Einbrüchen. Mit Highlights. Mit einer bislang über 60bändigen Lyrikreihe zeitgenössischer Autorinnen und Autoren unterschiedlichster Himmelsrichtungen. Eine nach allen Richtungen (ausgenommen menschenverachtender) offene Gruppierung. Sowas ist schon fein."
Nils Jensen
 


Die Presse, 16.12.1996


"In Buchhandlungen und Kiosken wird man sie vergeblich suchen. Trotzdem ist sie aus dem niederösterreichischen Kulturbetrieb nicht wegzudenken. Die Rede ist von der Literaturzeitschrift PODIUM, herausgegeben von der gleichnamigen niederösterreichischen Schriftstellervereinigung."
"Neben der Literaturzeitschrift bringt die Schriftstellervereinigung gemeinsam mit dem Verlag Grasl die einzige Lyrik-Buchreihe in Österreich heraus. Bisher erschienen bereits 69 Lyrik-Bände. Kein leichtes Unterfangen in einem Land wie unserem. Neben Literatur aus Niederösterreich legt PODIUM ein besonderes Augenmerk auf die östlichen Nachbarstaaten"
[s. Heft 101]
 


Wiener Zeitung 5.7.1996


"Pünktlich zum 25. Geburtstag erschien übrigens die hundertste Ausgabe der Zeitschrift Podium, was die Produktivität des Kreises ebenfalls unter Beweis stellt."



Étet És Irodalom 10/96


"Figyelereme föölöttébb méltó a Podium profilija. Egész Közép-Európát átfogja..."
 


Die Presse, 22./23.6.1991


"Heft 80 des PODIUM eröffnet mit einem Roma-Poem: Ilija Jovanovic beschwört die Suche nach Identität in einer "gütigeren Welt". Die Literaturzeitschrift gibt diesmal Raum für Lyrik und Prosa von hierzulande lebenden Schriftstellern anderer Volkszugehörigkeit."
"Resignation und ein gegenwartsbezogenes Trotzdem prägen die literarischen Arbeiten der bei uns schreibenden Tschechen und Kroaten. Von Slowenen und Kroaten abgesehen, sind die anderen Minderheiten der Zugehörigkeit zu ihrer Volksgruppe mehr oder weniger verlustig gegangen. Exilliteratur bezieht ihre Kraft aus der Hoffnung auf Rückkehr. So bestimmt der Ton des Vergangenen und Folkloristischen die hier gesammelten Erzählungen und Gedichte."
 


Die Presse, 13./14.1.1990


"Warum hat Italien in seiner ganzen Geschichte keine wirkliche Revolution erlebt? Umberto Saba stellt diese Frage in seinen 'Abkürzungen'. Revolutionen begännen mit dem Vatermord, der Tötung des Alten. Die Italiener indes seien keine Vatermörder, sondern Brudermörder, von Romulus und Remus bis zu Mussolini und den Sozialisten. Hans Raimund skizziert im PODIUM, das im vorliegenden Heft ausschließlich Literatur aus Italien bringt, Leben und Werk des Triestiner Antiquars und Lyrikers Saba."
"Ebenso wie Saba führte auch Sandro Penna eine Existenz in Armut und Selbstbeschneidung; seine melancholischen Poeme sind geprägt von der Gewißheit, ein Ausgeschlossener auf immer zu sein. Primo Levi, Jude, Mitglied der Restitenza, wurde bei uns bekannt durch autobiographische Berichte, in denen er über Auschwitz und die Folgen schreibt. Die hier veröffentlichten Gedichte zeigen ihn, ausgehend von der italienischen Klassik, als Liebhaber der Paraphrase."