Podium Nr. 145/146 - Farben

Gustav Janus


DIESE VON TAG und Nacht
eingekreiste Nähe im Spiegelbild
der Farbe und Schrift hebt
mir zwar auf die Gesetze im Stein,
versteinert mir jedoch den Augenblick.

So leuchtet nun in meinen Augen
verstreutes Licht, obwohl
von der Nachtschwärze bedroht,
über dem Bildrand in den Raum der Erzählung.

In Farben verwandeltes Wort
ist jetzt mein Zufluchtsort und
dessen Umriss ein Maß meines Blicks.

Auch die Stille, ein Blatt der Stummheit
verholzt in der Dauer.

*

Gustav Janus, geb. 1939 in Zell Pfarre/Sele Fara. Lehrer, Maler und Lyriker. Preise: Petrarca-Preis, Würdigungspreis des Landes Kärnten u.v.a. Zahlreiche Ausstellungen und Veröffentlichungen im In- und Ausland. In Übersetzungen von Peter Handke liegen vor: Gedichte 1962 - 1983 (Suhrkamp 1983), Wenn ich das Wort überschreite (Residenz 1988), Mitten im Satz (Residenz 1991), Der Kreis ist jetzt mein Fenster (Residenz 1998). Mein Wort keimt auf als Bild erschien 2005 im Wieser Verlag.

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