|

Gedichte
Krzysztof Koehler
|
Die langen Tunnel, in denen
mein Weg zu Dir
abbricht.
Die Gewißheit, daß Du den
Verirrten
ohnedies verläßt.
Wieder fahre ich mit dem
Zug,
wieder reden wir,
wieder
Tunnel und fehlende
Wegweiser:
Die Last des Lichts.
*
Am Ende des länglichen Feldes
modernde
Blätter und kleine
mit Wasser
gefüllte
Spuren,
das Krächzen der Krähen,
leichter
Schnee. Nebel. Nahe am Boden treibender
Wind.
Aus dem Gedichtband Na krancu
dlugiego pola, Biblioteka Frondy 1998.
Aus dem Polnischen von Doreen
Daume.
Krzysztof Koehler, geb. 1963, lebt
in Krakau. Philosophie und Polonistikstudium, Literaturhistoriker an der
Jagiellonen-Universität. Lehraufträge an der Universität
Chicago. Er schreibt Essays (Sarmacja, czyli Polska) und Gedichte (drei
Lyrikbände, im Sammelband "Na krancu dlugiego pola", Biblioteka Frondy,
1998). Ständiger Mitarbeiter bei vielen polnischen Kulturzeitschriften.
2001 Hubert Burda-Stipendium.