Podium 125 - Polen

Illustration von Adam Adamczyk

Gedichte

Krzysztof Koehler

Die langen Tunnel, in denen

mein Weg zu Dir abbricht.

Die Gewißheit, daß Du den Verirrten

ohnedies verläßt.

Wieder fahre ich mit dem Zug,

wieder reden wir,

wieder

Tunnel und fehlende Wegweiser:

Die Last des Lichts.

*

Am Ende des länglichen Feldes

modernde Blätter und kleine

mit Wasser gefüllte

Spuren,

das Krächzen der Krähen, leichter

Schnee. Nebel. Nahe am Boden treibender

Wind.


Aus dem Gedichtband Na krancu dlugiego pola, Biblioteka Frondy 1998.
Aus dem Polnischen von Doreen Daume.


Krzysztof Koehler, geb. 1963, lebt in Krakau. Philosophie und Polonistikstudium, Literaturhistoriker an der Jagiellonen-Universität. Lehraufträge an der Universität Chicago. Er schreibt Essays (Sarmacja, czyli Polska) und Gedichte (drei Lyrikbände, im Sammelband "Na krancu dlugiego pola", Biblioteka Frondy, 1998). Ständiger Mitarbeiter bei vielen polnischen Kulturzeitschriften. 2001 Hubert Burda-Stipendium.

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