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Gedichte
Agnieszka Kuciak

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Bewohne ich nun das Gedicht,
oder pachtet es
vielmehr
meinen Unruhe-Raum,
ich kann
nicht
sagen,
wer mit meines Geistes Türen
knallt,
welch wilder Mieter bis in die Nacht hinein
die
Lichtnotizen brennen läßt.
(Herbst 1994)
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Metrum
Manchmal ist es wie
Wiederkehr. Schon vor der Schwelle
vertreiben Hunde mit ihren
Schwänzen Jahre
der Abwesenheit. Man kann aufs neue
die
Fellzotteln streicheln, den alten Tisch, die Rauheit der geliebten
Wand
mit ihrer Unterteilung - Landkarte aus Daten und Namen,
an der man sich
in Kindheitstagen maß, bestrebt,
stets höher in sie
hineinzuwachsen mit jeder Linie.
So wie man sich am Metrum mißt:
vis-à-vis
einer Mauer aus Papier, Daten und Namen, dem Vertrauen
in die Wand, zu der man jederzeit laufen kann,
aus dem bitteren
Regen zurück unter die Reimrinne.
Manchmal wiederum ist es wie das
Schicksal, dem es gefällt,
eine Absicht durch eine Zäsur zu
beenden oder sie in einen anderen
Vers zu schieben, wo es kein Zuhaus
mehr noch Familie gibt.
(Oktober 1996)
Aus dem Polnischen von Monika
Cagliesi.
Agnieszka Kuciak, geb. 1970, lebt
in Poznan. Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der dortigen Universität.
Übersetzerin aus dem Italienischen und Englischen. Mehrere Publikationen
in Literaturzeitschriften, ein Lyrikband: "Retardacja" (2001, Biblioteka
Studium, wyd. Zielona Sowa).