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Summer time is parting time...
Sylvia Treudl
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Die vollkommene Absenz von jeglicher Form des Charmes macht das
Zusammenleben mit einer anderen Person zwar ziemlich unmöglich,
erleichtert Trennungen aber ungemein.
Einer, der ohne zu fragen vom
gemeinsamenTeller das Huhn nimmt, keine Erkundigung - höflichkeitshalber -
einholt über die Vorlieben von Keulchen oder Brüstchen, kann nicht
der Richtige sein. Auch nicht, wenn er - normerfüllend, zumindest in
diesem Bereich - im Lokal abends rote Rosen schenkt, was an sich schon schlimm
genug ist, diesen läßlich lächerlichen Faux pas aber zur
gemeinen Peinlichkeit überhöht, indem er sich über den Preis der
Blume ausläßt.
Einer, der schon beim Frühstück
erkennbar mißgelaunt ist, obwohl noch gar nichts mit dem Tag passiert ist
(was wenigstens eine zünftige Erklärung für etwaigen
Mißmut bei der Partnerin wäre), ist eine Belastung für den
ganzen Vormittag
Einer, der nicht zuhören kann und deshalb auch an
reduzierter Wahrnehmungsfähigkeit leidet - was ihm aber klarerweise nicht
auffallen kann - ist eine Mühsal. Eros, Thanatos, Sisiphus, wie meine
Freundin Karin zu sagen pflegt. Wie wahr.
Es kostet schon ein bißchen
Mühe, dann, wenn es endlich so weit ist, daß der kragen platzt und
eh schon längst klar ist, daß diese Sache gelaufen ist, nicht
vernichtend zu sein. Und sich den Satz zu verkneifen, daß es leider nicht
wichtig genug war, um jetztwer weiß was zu meinen; vom Fühlen ganzzu
schweigen.
Aber wenn der betreffende Knabe dann auch noch präpotent
wird und meint, er wäre der einzige, der schlau genug ist, um einen
Computer aufzudrehen oder unverzichtbar zum Ausgehen, ja dann...
Sylvia Treudl, geb. 1959 in Krems, von 1985 bis 1997
Verlegerin im Wiener Frauenverlag / Milena, seit 1998 freie Autorin, liebt
Katzen, Inszenierungen, Motorräder und gut gekühltes Bier in dieser
Reihenfolge.