Podium 107 - Experiment |
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Die Sprache ist stets Veränderungen unterworfen. Neue Medien. Neue Techniken der Reproduzierbarkeit. Neue Bedingungen der Kunstproduktion. Literatur hat auf veränderte medienpolitische Voraussetzungen immer sehr direkt reagiert. Was heute in den Labors der ExperimentiererInnen köchelt, ist heute Utopie. Und morgen vielleicht schon die Realität. Vom Markt wird Experimentelle Literatur in Zeiten des Quotendiktates so gut wie nicht wahrgenommen. Schon Hugo Friedrich schrieb in der 2. Ausgabe des Buches "Die Struktur der modernen Lyrik": "Die sogenannte ,konkrete Poesie' mit ihrem maschinell ausgeworfenen Wörter- und Silbenschutt kann dank ihrer Sterilität außer Betracht bleiben." Heimrad Bäcker, Autor, Verleger und Doyen der experimentellen Literatur in Österreich, verfaßte daraufhin jene Replik, die Sie in Vorwort Teil 1 zitiert sehen. Bäckers Text steht wohl stellvertretend für das Unverhältnis von Bedeutung und Öffentlichkeit, dem experimentelle Literatur von jeher ausgesetzt war. Und ist. Anfang der Siebziger herrschte so etwas wie Aufbruchstimmung. In der Nachfolge der Wiener Gruppe, dem DADA der zwanziger und dreißiger Jahre bildeten sich in Österreich regionale Foren. Etwa die Neuen Texte in Linz (die Gruppe um H. Bäcker), die manuskripte. Später dann die Perspektiven, Droschl in Graz. Oder Steinbachers "blattwerk" in Linz, Haymon in Innsbruck, ritter in Klagenfurt. Mit dem Gewinn des Bachmann-Preises durch Franzobel im Jahr 1995 erfuhr die Literatur abseits vom mainstream und der großen Auflagen zumindest kurzzeitig mediale Präsenz. Das vorliegende Heft versteht sich als seismografische Zusammenschau jüngster experimenteller Arbeiten. Querverweise (etwa in der "leseliste") wollen ein wenig Appetit auf mehr machen. Aber ich würde mich schon freuen, wenn Sie das Etikett "Experiment" nicht gleich veranlaßte, das Heft ungelesen wegzulegen. Ihre Reaktion, Ihre Meinung interessiert mich. Schreiben Sie bitte an die Redaktion. Oder direkt an mich: 1090 Wien, Harmoniegasse 2. Friedrich Hahn, Waldviertler des Jahrgangs 52, Ausstellungen, Performances, Stücke für Theater, 10 realisierte Hörspiele, 12 Bücher, keine Preise, Stipendien oder Würdigungen |
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Auswahl:
H. Bäcker: hermetische ode - G. Brandl:
Experimentelles Schreiben -
C. Sykora-Bitter: Gedicht |
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