Podium 101 - Niederösterreich |
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Niederösterreich lautet das Schwerpunktthema des 101. Bandes. Damit wollen wir darauf hinweisen, daß ,,Podium" eine tiefe Verbundenheit zu diesem Bundesland unterhält. Von der Gründung an publizierten Autorinnen und Autoren aus Niederösterreich in ,,Podium", wurden Symposien in Niederösterreich veranstaltet, fanden Lesungen in Niederösterreich statt. Das Land wiederum fördert die Veranstaltungen und fördert die Zeitschrift, und ich stehe nicht an, mich namens der Redaktion dafür bei der Kulturabteilung herzlichst zu bedanken. Im Band 101 ist das größte Bundesland Österreichs selbst zum Thema geworden. Viele Aspekte, wie Rückzug auf das Land, die neue Hauptstadt, die Atmosphäre im Dorf werden thematisiert und zugleich in ihrer Richtigkeit hinterfragt. Im Band 101 werden zudem die Texte der Gesswein-Preisträger des Jahres 1995 veröffentlicht. Von der Jury wurden die Arbeiten von Bernhard Hatmanstorfer aus Linz, Robert Treichler aus Paris sowie von Christian Stuhlpfarrer aus Wien prämiert. Es werden Preise und Subventionen vergeben, dafür danken wir den vergebenden Stellen. Seit heuer werden vom selben Staat dem Kulturschaffenden die materiellen Grundlagen untergraben - die wichtigsten Regelungen (Besteuerung von Subventionen und Werkvertragsregelung) werden als bekannt vorausgesetzt. Eigentlich könnte der Subventionsgeber direkt den Betrag an die Gebietskrankenkasse überweisen, statt via Umweg über den Durchlaufposten ,,Autor" nur bürokratischen Arbeitsaufwand zu bewirken. Warum etwa soll ein Autor in den ,,Pensionstopf" einzahlen? Im Gegensatz etwa zu Schilehrern beabsichtigt ein Autor aber nicht, ab einem bestimmten Alter in den immerwährenden Ruhestand stand einzutreten. Im Gegenteil: auch mit 60 möchte er schreiben und mit seinen Texten Geld verdienen. Das darf er aber nicht, sollten die Ruhensbestimmungen in Kraft treten. Und unser Autor hat schlußendlich die schöne Genugtuung, daß er ausschließlich das Sozialversicherungssystem finanzieren durfte. Jammern ist laut Shakespeare der Gruß der Kaufleute, und Auswandern ist im Moment der Gruß der Autoren. Da sicher nicht jeder die Möglichkeit hat, seinen ordentlichen Wohnsitz nach Irland zu verlegen, werden viele danach trachten, zumindest die publizistische Tätigkeit ins Ausland zu verlegen. Und wer im Lande bleibt, wird die schon bekannten Möglichkeiten zur Umgehung der gesetzlichen Regelungen ausnutzen. Die Verbitterung der österreichischen Kulturschaffenden ist im Moment unüberhörbar. Denn sie haben am eigenen Leib gespürt: Wenn's eng wird, werden die Schwächeren geschröpft. Und zwar jene, die keine pressure-group, keine Lobby und keine Gewerkschaft hinter sich haben. |
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