Editorial - Über das Alois Vogel-Symposion des PODIUM

Helmut Peschina:

Im Herbst 2005 trat der Vorstand des Literaturkreises PODIUM mit der Frage an mich heran, ob ich anläßlich des ersten Todestages von Alois Vogel im April 2006 ein Symposion organisieren wolle.

Selbstverständlich nahm ich diese wichtige und verantwortungsvolle Aufgabe für meinen väterlichen Freund und Kollegen dankend an.
Alois Vogel war am Samstag, dem 2. April 2005, überraschend in seinem Haus in Pulkau an Herzversagen gestorben.

Ihm, dem Lyriker, Romancier, Essayisten und Hörspielautor, dem Mitbegründer und langjährigen Vorsitzenden des Literaturkreises PODIUM, dem langjährigen Redakteur und Mitherausgeber der Literaturzeitschrift PODIUM, Herausgeber der verdienstvollen Reihe LYRIK AUS ÖSTERREICH, dem Entdecker, Förderer und Mentor vieler Kolleginnen und Kollegen galt es, ein entsprechend vielfältiges Symposion zu gestalten.

Als Mitveranstalter und Ort des Symposions konnte die "Österreichische Gesellschaft für Literatur" gewonnen werden, der Alois Vogel immer sehr nahe stand.

Dank an Marianne Gruber und Manfred Müller.

Als Termin wurden Dienstag 9. Mai und Mittwoch 10. Mai 2006 festgesetzt.
Bei der Auswahl der Vortragenden war man darauf bedacht, nicht nur das gesamte literarische Werk Vogels zu berücksichtigen, sondern auch die Bedeutung seines literarischen Nachlasses und dessen Aufarbeitung durch das Österreichische Literaturarchiv hervorzuheben.

Über diesen letzten Bereich referierten die beiden Germanisten Michael Hansel und Mathias Graner, die den Vogel-Nachlaß wissenschaftlich aufarbeiten.

Einen sehr persönlichen Beitrag gestaltete der langjährige Kollege Hans Raimund, ein Ausdruck gegenseitiger Wertschätzung.

Ebenso einen persönlichen Beitrag, aber aus der Sicht der Verlegerin, gab Martina Schmidt, die die Werkausgabe im Verlag Deuticke betreute.
Wendelin Schmidt-Dengler, Mitherausgeber der fünfbändigen Werkausgabe, ging anhand der Genese eines Gedichts auf die Lyrik von Alois Vogel ein.
Die Literaturwissenschaftlerin Evelyne Polt-Heinzl hatte die beiden großen Zeitromane "Schlagschatten" und "Totale Verdunkelung" als Thema ausgewählt.

August Obermayer, auch Mitherausgeber der Werkausgabe, referierte über die drei letzten, in der "Edition Thurnhof" erschienen Lyrikbände.
Hemut Peschina bot einen kurzen Überblick über das Hörspielschaffen von Alois Vogel und verlas drei bisher unveröffentlichte Briefe Alois Vogels aus dem Krieg an seine Frau Gertrude.

Der Dienstagabend wurde mit einer Lesung aus dem Werk Vogels durch "Das Erste Wiener Lesetheater" abgeschlossen, den Schlußpunkt des Symposions am zweiten Tag bildete die Vorführung des Films von Adolf Opel "In die Nacht horchen. Alois Vogel - Das Videoportrait".