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Heimat
Nehmt es hundert Jahre nicht in den
Mund, dies Wort, das eure Lippen verfälschten in einen Namen des
Hasses!
Laßt es ausruhen vom Mißbrauch, auf daß
es verliere den schuldhaften Klang und nicht Ausschließendes mehr
benenne, nicht Hinterwald, feindliche Enge, nur Lande noch, aufgetan
allen, im Häusermeer bergend, in Weilern ein brüderliches
Geschlecht!
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Wilhelm Szabo
(1901-1986) veröffentlichte Gedichte und Nachdichtungen (Jessenin,
Neidhart v. Reuenthal) [Mehr...]
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Sie ruhten nicht, dich klein zu
kriegen
Sie ruhten nicht, dich klein zu
kriegen, versichert der Treue des Knechts. Sie ließen dich immer
links liegen und suchten dich rechts. |
Schlußwort
Wohl, die wir fanden die Klänge sind
wie in Winde gesät. Lieder verwehen. Gesänge. Aber das Singen
besteht. |
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Das Dorf
Unter-Wegscheid
Das Dorf Unter-Wegscheid steht am Grunde
des Stausees. Schleien schwimmen durch seine Gehöfte, die
Teichmuschel haust in den Schiebstatt, im Gerätehaus der
Freiwilligen Feuerwehr wuchert die Wasserlinse. Die Glocke der
zwiebeltürmigen kleinen Kapelle blieb oben. Doch der
ausgesiedelte Ausnehmer Johann Gföller, den man später
entmündigte und eine Zeitlang ins Mauer-Öhlinger Irrenhaus
sperrte, will es beim nächtlichen Heimgang vom Jahrmarkt der
Kreisstadt manchmal läuten gehört haben in der verwunschenen
Tiefe. |
Unübersetzbar
Unübersetzbar bleibt das Geraschel
des Winds im abgehäupteten Mohn und jedem Ausdruck versagt
sich das Brüten des Hochmoors, das lautlose Lauschen der
Öde. Dichter, Dolmetsch des Schweigens, bisweilen listest du
ab der Stummheit ein Wort, ein undeutbares, dunkles, aber dahinter
beharrt fremd und verweigernd das Unaussprechliche, zugänglich
keiner Beredtheit. |