Gessweinpreis 2001 für Kurzkrimis |
Günstige GelegenheitMarie-Sophie Müller
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| Die Autorin mit Manfred Chobot bei der Preisverleihung in der Gesellschaft für Literatur. |
In 10 Minuten fährt die letzte Bahn. S3
Richtung Pinneberg. Ich habe mein Fahrrad beim letzten Ausflug mit Marianne im
Park liegen lassen. Marianne wollte mir einen Pickel ausdrücken. Ich
dachte, Mädchen und Jungen machen andere Sachen, wenn sie zusammen in den
Park picknicken gehen. Alles Mögliche habe ich mir vorgestellt. "Rolf"
habe ich meinem Nachbarn noch gesagt, "weißt Du, was alles passieren kann
im Park!" Kleine Mädchen spazieren doch gern auf grünen Wiesen. Sie
pflücken Blümchen und stecken sie sich hinters Ohr und dem
männlichen Begleiter durchs Knopfloch. Dieser wählt dann mit
gewissenhaftem Blick ein lauschiges und ungestörtes Plätzchen aus,
legt eine warme Decke auf das Gras, und das Mädchen breitet den Inhalt des
Picknickkorbs auf ihr aus. "Und in genau diesem Moment", hab ich dem Rolf
gesagt, "ist es um sie geschehen. Dann kriegste sie rum".
Ich hatte
einen Picknickkorb gepackt mit Erdnussbutter, Tequila, Pflaumenkuchen und all
dem, was Mädchen eben so mögen. Hab mir frische Unterwäsche
angezogen, mein Hemd nur locker zugeknöpft, sollte sie sozusagen
auffordern, es weiter aufzuknöpfen oder fürsorglich zu schliessen -
so oder so, man würde sich auf diese Weise sehr nah kommen. Das war alles
gestern, gestern so um fünf Uhr nachmittags. Um zwei waren wir im Park, um
viertel nach zwei hatte ich schon die ungestörte Stelle gefunden. Ich habe
mir dann allerhand Geschichten anhören müssen: dass nervöse
Kinder auf Gummibällen ruhiger sitzen, dass sie, Marianne, keine Duftseife
benutzen kann, auch wenn sie noch so lecker riecht, weil's Hautausschlag gibt,
und dass es besser gepasst hätte, wenn's acht Zwerge und ein
Schneewittchen gegeben hätte, denn acht können sich
gleichmäßiger um ein Schneewittchen verteilen. Vier links, vier
rechts. Da hab ich schon angefangen zu zittern, hab mir Erdnussbutter ins
Gesicht geschmiert. Sie sagte "Mußt dich nicht wundern, wenn du dann
Pickel am Nasenrücken hast". Dann hat sie sich zu mir vorgebeugt, ihre
Finger nach mir ausgestreckt und die Fingernägel in meine Nase gerammt.
Das war ein verdammter Schmerz, der durch den ganzen Kopf, in meine Augen und
bis zu meinen Füßen drückte.
Ich hab sie fertiggemacht.
Sie hatte es nicht anders verdient. Hab ihr den Kiefer ausgerenkt und das
Erdnussbutterglas hineingestopft, sie ist ohnmächtig geworden; ihre
Hände habe ich im Picknickkoffer eingeklemmt und dann den Verschluss
zuschnappen lassen. Das alles war leichter als ich dachte. Hab ihr das Fahrrad
dagelassen, falls sie wieder aufwacht und von einem Maulwurf befreit wird. "Das
Tier als Lebensretter", kam gestern noch im Fernsehen. Also, falls das
passiert, hat sie ja für alle Fälle das Rad, damit sie den weiten Weg
nicht zu Fuß gehen muß. Denn das können ja selbst
Maulwürfe nicht - jemanden nach Hause bringen. Ich zum Beispiel hätte
das gern getan, aber sie wollte ja nicht. "Wer nicht will, der hat schon", sagt
Rolf immer. Ich hätte ihr sogar einen Abschiedskuss an der Haustür
gegeben.
1 Uhr 22. Zu spät - Bahn verpasst. Ich gehe in Gerhards
Klause. Ich habe heute morgen Rolf von der Sache mit Marianne erzählt.
Rolf hat gesagt, ich müsse jetzt aufpassen, nicht den Bullen über den
Weg laufen, Marianne sei nicht in der Bäckerei gewesen heute früh.
Also fahr ich nicht nach Hause - irgendwann später vielleicht. Rolf sagt,
er müsse mir ein "Alibi verschaffen". Er sagt den Bullen, wenn sie nach
mir fragen, dass wir zusammen beim Spiel waren. HSV gegen 1860. Karten hat er
sich vom Ulli und seinem Kumpel Klaus besorgt - die waren nämlich wirklich
beim Spiel gestern. Nur falls sie Beweise sehen wollen, die Bullen. "Beweise",
sagt Rolf immer, "Beweise sind das A und O". Woerrechthathaterrecht.
Ich gehe jetzt also in Gerhards Klause und trinke ein, zwei Bier. Das
Bier ist dort günstiger als im Umkreis, und die Stimmung ist gut. Hinter
dem Tresen steht meistens die Helga. Sie ist breit und voll und warm und gut.
Zu allen, es sei denn, du gibt's ihr nicht genug Schnäpse aus, denn dann
mault sie und zieht ne Schnute.
Ich finde sie sehr schön - heute
zumindest. Die ziert sich nicht, die ist froh, wenn ihr einer an die Tüten
geht. Und wenn man 50 Pfennig in die Jukebox schmeißt und sie nach ihrem
Lieblingslied fragt, dann ist sie gerührt und streicht mit ihren dicken
Fingern das Kondenswasser von den Flaschenhälsen und wünscht sich
"Griechischer Wein" von Udo Jürgens. Bei "... komm schenk mir ein" schiebt
sie mir dann mit schwülem Blick einen Korn rüber und wackelt mit dem
Bauch. Später will sie, dass man den Korn bezahlt, das Luder. Ich bin der
letzte Gast, und sie wischt schon den Boden. Ziemlich schlampig, aber ist ja
auch ne Schlampe, wie soll sie's also anders können. Ich habe keine Lust
zu gehen, ich halte mich am Tresen fest und sie tritt mit voller Wucht gegen
den Barhocker, so dass ich mit ihm umfalle. Jetzt hasse ich sie und ich sag's
ihr auch, sie brüllt, dass ich mich nie wieder blicken lassen soll und
gießt das dreckige Wischwasser über mir aus. "Schmeckt wie dein
Korn", sage ich, und sie versucht mich aus der Tür zu rollen. Ich bin
schon fast draussen, da schlägt das Luder die Tür zu und ich
hänge noch mit einem Bein drin. Wie ich da so liege, kommt der Arne vorbei
und drückt mir sein Bier in die Hand. Arne kenn ich noch von letztens, als
ich mir den Kompass im Souvenierladen am Hafen angesehen hab. Arne sagt schlaue
Sachen. Er kennt sich aus in der Welt, hat er gesagt, und wer sich auskennt,
der braucht keinen Kompass. Wer sich auskennt, geht immer dem Gestank nach, hat
er gesagt. Denn da wo's stinkt, ist am meisten los. So hat er mich jetzt wohl
auch gefunden. Während ich mir überlege, ob Arne ein Engel sein
könnte, schiebt sich ein großes Gesicht in mein Blickfeld und stellt
sich mir als Wachmeister Dönnebrink vor. Ich sage freundlich guten Morgen,
denn das kann ich der Welt nur raten: Wer nicht sicher ist, ob er was
ausgefressen hat, der soll lieber freundlich sein zu den Gesetzeshütern.
Herr Dönnebrink hilft meinem Bein aus der Tür und sagt der Helga noch
einen schönen guten Tag. Jetzt begreife ich, dass sie mich in diese
unwürdige Lage gebracht hat und auf dem Revier angerufen hat, während
ich in ihrer Tür gefangen lag. Das Biest hat zu viele von diesen
Sonntagsabendskrimis gesehen und freut sich jetzt sicher diebisch, selbst was
erzählen zu können. Dann bin ich unten durch. Wer sich von einer
doppelt so alten und doppelt so fetten Schnapsdrossel erledigen lässt,
kann auf dem nächsten Bananendampfer anheuern. Inzwischen wanke ich an
Herrn Dönnebrinks Arm in Richtung Davidswache. Herr Dönnebrink ist
kein findiger Fuchs und will auch keiner sein. Wer so lange im Dienst ist, hat
keine Ambitionen, mehr Gaunereien als nötig aufzudecken. Wer so lange im
Dienst ist, weiß, dass man sich doch nur unnötige Scherereien
einfängt. Ganz im Gegensatz zu den aufgekratzten Jungspunden, die sich
glänzende Abzeichen davon versprechen, wenn sie einer Handvoll
durchgedrehter Kinder Waffenbesitz nachweisen können. Das sind auch
diejenigen, die einem gern mit einem etwas zu gut gemeinten Tritt in die
Ausnüchterungszelle bugsieren. Wie Hagen Tietz, der mir sogar seinen
Dienstausweis vor die Nase hält, bevor er mich auf die dünne Matratze
stößt.
Ich bleibe liegen wie ich gefallen bin. Erst einige
Minuten später drehe ich mich auf die Seite und bemerke, dass ich nicht
allein bin. Arne zieht zwei Zigaretten aus seinem rechten Socken und bietet mir
eine davon an. Ich wundere mich nicht einmal, dass ich ihn hier treffe, nicht
einmal, dass er schon vor mir in der Zelle lag, obwohl ich ihn doch noch vor
wenigen Minuten in der Gerhardstrasse getroffen habe. Aber Arne wirkt gar nicht
betrunken, ich treffe ihn immer mit einer fast vollen frischen Flasche Bier in
der Hand, doch ich kann mich nicht erinnern, ihn betrunken erlebt zu haben. Wie
kommt er überhaupt hierher, wer hat ihn aufgegriffen oder hat er sich etwa
selbst "eingewiesen"? Was ist das überhaupt für einer, was macht er,
warum ist er immer dann da, wenn ich ihn am wenigssten erwarte? Zum zweiten Mal
denke ich daran, dass es sich bei Arne um einen Engel handeln muß.
Vielleicht mein ganz persönlicher Schutzengel, der mir Bier anbietet, wenn
ich im Rinnstein liege und in einer Ausnüchterungszelle Zigaretten aus
seinen Socken zaubert. Nur für mich!
Ich kann mich nicht erinnern,
mehr als einen Zug geraucht zu haben. Bin eingeschlafen und am nächsten
Tag aufgewacht. Keine Spur von Zigarettenasche, einem abgebrannten Stummel,
geschweige denn von Arne. Nur ein wütendes und erbarmungsloses
Hämmern in meinem schweren Kopf. Ich denke an Marianne - was, wenn sie
sich nicht aus dem Picknickkorb befreien konnte, was wenn sie immer noch im
Park liegt? Ich werde nach ihr sehen. Egal was Rolf sagt - Rolf sagt immer, man
solle keinen verhängnissvollen Ort ein zweites Mal besuchen - egal was er
sagt, ich muß herausfinden, was passiert ist.
Ich mache mich
durch ein lautes Hämmern an der Zellentür bemerkbar und Hagen Tietz
öffnet sie mit Schwung. Ich will fragen, was mit Arne passiert ist, wann
er gekommen und wann gegangen ist, aber schon schiebt mich der
pflichtbewußte Kotzbrocken mit strengem Gesicht durch den Seitenausgang
auf die Davidstrasse raus. Von hier aus ist es nicht weit zu Planten und
Bloemen. Rechts die Reeperbahn runter, schnell noch ein Kontrabier im Clochard
und von da aus sind's nur noch ein paar hundert Meter.
Als ich den Park
betrete, dreht sich mir der Kopf. Keine Ahnung, ob das der Alkohol oder die
Erinnerung an vorgestern ist. Verfickte Scheisse. Vorgestern? So lange ist das
schon her? Was ist, wenn sie längst gefunden wurde und mich bei der
Polizei angeschwärzt hat? Na wie schon, dann hätten se mich heute
morgen sicher nicht wieder weggeschickt - und Marianne, das ist keine, die auch
nur ihren rechten dicken Zeh in ein Polizeirevier setzt.
Wattn Wetter.
Schon lange nicht mehr so 'ne Sonne im Gesicht gehabt. Eigentlich zu
schön, um sich gleich mit den ernsten Dingen des Lebens zu
beschäftigen. "Auch zwielichtigen Gestalten schadet ein bißchen
Farbe nicht", sagt Rolf immer. Hatter Recht. Setze mich erstmal auf die Bank am
Tulpenbeet und halte die Nase in die Sonne, neben mir liegt die Zeitung von
gestern: HSV - 1860 1:2. Wird der Ulli sich aber geärgert haben. Erst
jetzt fällt mir ein, dass es sich um mein "Alibi-Spiel" handelt. Und ich
weiß nicht mal das Ergebnis! Stell sich mal einer vor, der flotte
Jungbulle hätte mich danach gefragt. 'Ach, das Ergebnis ist Dir entfallen?
Interessant.' Aber da kommt er zu spät, der taffe Tietz, ich blättere
vor zum Sportteil, damit ich ihm notfalls sogar noch den Spielverlauf
erklären kann. Wofür eigentlich, was soll denn schon passiert sein.
Ich seh schnell nach, dann kann ich hier immer noch weiterbrutzeln.
Auf
dem Weg zur Picknickstelle, vorbei am Spielplatz und unter der Brücke
durch - Mensch, ist das nicht der Arne da mit der
Schubkarre?
***
Mein Name ist Arne Hohenbrück. Ich stamme
aus Blankenese. Vater Diplomat, Mutter eine überkandidelte
Gesellschafterin - inzwischen tot. Nach dem Abitur begann ich mein BWL-Studium.
4 Semester in Hamburg, 4 Semester in Berkeley, Abschluss, Juniormanager in der
Zigarettenfabrik meines Onkels mit besten Aussichten auf spätere
Firmenleitung.
An einem Morgen ist es dann passiert: ich nahm meine
Aktentasche , verließ meine Wohnung, ging an meinem Auto vorbei und zur
U-Bahn, setzte mich in den nächsten Zug , S 1 Richtung Poppenbüttel,
Landungsbrücken raus. Ich bin in Hamburg geboren, aufgewachsen, aber
niemals habe ich die Landungsbrücken betreten. "Ein Muss für jeden
Hamburgbesucher", sagt nicht nur der Merian City-Guide. Ich habe mich an den
Hafen gesetzt, Schiffe ein- und auslaufen sehen bis es Nacht wurde. Habe mich
auf die Bank gelegt und die nächsten fünf Tage ebenso verbracht. Habe
nicht daran gedacht zurückzugehen, habe gar nicht mehr gedacht. Es sind
mehr und mehr Tage vergangen, ich habe Menschen und Gestalten kennengelernt,
sie haben mich mit an ihre Plätze genommen, mich nicht gefragt, wo ich
herkomme und was meine Pläne sind. Ich habe mich der Stadt als
Gärtner angeboten, hab die Wiesen im Planten und Bloemen gemäht, die
Tulpenbeete gejätet und die Spaziergänger beobachtet. An meinem
fünften Arbeitstag sah ich von Weitem einen Bekannten im Park. Was heisst
schon Bekannter? Jemand, den ich schon einmal gesehen hatte, mit dem ich nicht
mehr als einen Satz gewechselt habe - am Souvenirladen war das, vorm
Schaufenster. Im Gegensatz zu den anderen Parkbesuchern spazierten er und das
ihn begleitende Mädchen nicht, sie stolperten über die eigenen
Füße, das Mädchen plapperte und er zog sie zielsicher hinter
sich her, in der linken Hand ein Bastkörbchen. Ich habe die beiden aus den
Augen verloren und mich wieder dem Tulpenbeet gewidmet. Am nächsten Tag
mussten die Wiesen gemäht werden . Zwischendurch leert man den Schnittfang
hinter den Büschen aus. Mit dem Beutel im Arm bin ich dann über
dieses Mädchen gestolpert. Das Mädchen, das ich gestern noch zusammen
mit diesem tölpelhaften Jungen im Park beobachtet hatte, lag jetzt
röchelnd, erschöpft und fast leblos mit einem Erdnussbutterglas im
Mund vor mir auf dem Boden. Vor mir lag ein halbtotes Mädchen,
übersäht mit Fingerabdrücken eines Anderen, eines absoluten
Vollidioten, der sogar sein Fahrrad am Tatort liegen gelassen hatte. All das
habe ich in diesem Moment nicht gedacht, ich habe es gewusst. Meine einmalige
Chance, einen Menschen zu töten, ohne dafür sühnen zu
müssen. Habe die Unkrautkralle genommen und ihr damit den Hals
aufgerissen. In meinem ganzen Leben habe ich mir nie gewünscht, einen Mord
zu begehen - es war nicht mehr als ein perfekter Moment unter perfekten
Umständen. Ich bin zum Rasenmäher zurückgegangen und habe noch
bis um sechs Uhr abends gearbeitet, mir ein Lob, einen warmen Händedruck
und meinen Wochenlohn abgeholt und bin durch die Gegend flaniert. Reeperbahn
hoch, Reeperbahn runter, hier eingekehrt, dort eingekehrt, ein Bier bestellt
aber nicht getrunken und als es schon wieder Morgen wurde, in die
Gerhardstrasse abgebogen. Ich wusste, dass sich der Trottel dort aufhält.
Das ist ja das, was einen echten Trottel ausmacht: er macht, was man von ihm
erwartet und man findet ihn auch dort vor, wo man ihn erwartet.
Tatsächlich lag er mit einem Bein in der Kneipentür und mit dem
Oberkörper im Rinnstein, und als ich ihm ein Bier in die Hand gab,
lächelte er mich selig an. Während dieser ganzen Zeit schon hatte ich
die Unkrautkralle, die Mordwaffe, in meiner Tasche, doch ich brachte es nicht
übers Herz, sie ihm in diesem Moment unterzujubeln. Wenn ich sicher gehen
wollte, war das aber nötig. Ich wusste, dass sie ihn gleich in die
Ausnüchterungszelle der Davidswache abtransportieren würden, also kam
ich ihm zuvor, simulierte einen Sturzbetrunkenen und ließ mich von einem
hochmotivierten Jungpolizisten in die Zelle stoßen. Wie ich es erwartet
hatte, landete nur wenige Minuten später ein wohlbekanntes
übelriechendes Bündel neben mir. Alles Weitere ist schnell
erzählt: er schläft, ich jubel ihm die Kralle unter, bitte das Auge
des Gesetzes um "Entlassung" und mache mich wie jeden Morgen auf den Weg zur
Arbeit.
Was dann passiert ist, kann ich nur vermuten - ich denke es ist
alles so eingetroffen wie es eintreffen musste. Denn am Nachmittag war viel
Polizei im Park, sie hatten die Leiche gefunden, den "Täter" wohl auch.
Wie ich später hörte, ist er sogar an diesem Vormittag in den Park
zurückgekehrt, die Mordwaffe, von der er nichts wusste, im Gepäck,
auf dem Weg zu einem Mord, den er nicht begangen hatte. Aber wer hätte ihm
das schon gelaubt - der Fall war so eindeutig, dass er sicherlich nicht einmal
selbst nur eine Sekunde an seiner Schuld zweifelte. Und wer denkt heute schon
noch daran, dass doch immer der Gärtner der Mörder ist.
Marie-Sophie Müller, geboren am 1. Juni 1978 in
Krefeld. Ab 1985 Besuch der Waldorfschule und 1998 Abitur. 1998 bis 1999
Texterschmiede Hamburg (Ausbildung zur Werbetexterin) und gleichzeitig
Praktikum in der Werbeagentur Büro X, Hamburg. 1999 bis 2000 Texterin bei
Büro X, Hamburg, und Mitarbeit bei der Entwicklung einer Zeitschrift. Seit
Oktober 2000 Studium der Germanistik, Archäologie und Kunstgeschichte in
Köln.