Bettina Balaka
ein gebäude steht bis es durch feuer umkommt:
ich festige es mit ziegeln
und riegeln:
geplante gänge in strengen systemen:
die autochthone
grube zum gefüge erweitert:
ich will es beatmen mit meinem
leben
damit es bleibt und gedeiht und die blitze abweist
damit es ein
faradaykäfig und ich vor dem lichtspritzenden zerren verborgen
! doch
immer kommt das gebäude um
! doch immer
! doch kommt das
gebäude immer um
denn tapfer kaue ich ruhe und schlürfe den schlaf:
ich
kühle den puls bis die blutströme gleiten:
bis trommeldonnern
versiegt bis:
die hallen in falscher friedlieblichkeit:
und im dunkeln
zischt ein teuflischer funke
ein bläuliches feuerwort von meiner zunge
auf
und zugleich entweicht spannung aus den untoten polen
der brüste
glost terror bricht brand
! und alles zerstört der orkan um mich
!
und alles
! und alles um mich zerstört der orkan
wer stürme mäht wird geerntet vom sturm:
kein
treues gebäude bewohnt brache äcker:
wo drinnen das chaos gefriert
klirrt es draußen:
eiszapfen durchwachsen das heulende fleisch:
ich
baue mir häuser aus wärmenden händen
erhänge am giebel
das all und die nacht
füge fremde zähne zu rädern
die sich
in meinem munde drehn
! doch immer frißt mich der morgen allein
!
und immer
! immer frißt mich der morgen allein
Bettina Balaka, geb. 1966 in Salzburg, studierte
Englisch und Italienisch, ist Übersetzerin und lebt in Wien.