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podium porträt # 26: Afred Warnes

Erleichterung beim Zungezeigen

Die Richtungspfeile zur Freude,
zum kehligen Schlucken:
Erwartungs-Überschaum.

Füllhornträume
japanisch bemalt,
kofferleicht, mit
doppeltem Boden.

Bleibt nach gezielten Verhören
und dem Kampf um die Futterplätze
für jene, die nicht
fürs Antrenzen bezahlt werden,
die kleinlaute Frage
nach den Kehr- und Schattenseiten:
Wo hat die Rose ihren Arsch?

Alfred Warnes

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Das Hoch ging vorbei

Einmal, vor sieben Jahren,
da schien es uns so,
als gäbe es nur uns.

Da wurden wir Marktgemeinde,
bekamen Fahne und Wappen,
da spielten die Schulkinder Geschichte,
wurden Festreden gehalten,
gab es Verheißung und Rührung.

Die Zeit ließ die Töne
des Stolzes verstummen.

Damals hielten wir es
für einen Anfang,
für einen Aufbruch,
den keine Verzögerung
anzuhalten vermag.

Und das war gut so,
deshalb waren wir ja
so zufrieden dabei.

Porträt einer Einsamen

Es fiel an ihr auf
eine nahezu anmaßende Gelassenheit
gegenüber dem Schicksal der anderen,
vergleichbar der unmenschlichen Ruhe
des allwissenden Erzählers
aus alten Romanen.

Im Grunde war das alles
nur Staffage für die Einsamkeit:
sie führte ja seit Jahren
fast nur Selbstgespräche,
was sie zwar unsicher machte
gegenüber anderen,
aber doch sicher
gegenüber sich selbst,
weil sie letzten Endes
stets Recht behielt.

Momentaufnahme eines Wartenden

Er lächelte gönnerhaft, ja,
fast unsympathisch, könnte man sagen.
Und doch war es bloß
das Glücksgefühl, das ihn,
der schon lange und ungeduldig
gewartet hatte,
überkam
beim dumpfen Busgeräusch
aus der Ferne:
das sind sie, die kargen,
die alltäglichen Zielfindungen.


Signatur Alfred Warnes

Handschrift Alfred Warnes

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Alfred Warnes: Ausgewählte Gedichte. Vorwort: Manfred Chobot. 64 Seiten, 1 Foto. Euro 6,-. Podium (Podium Porträt Bd. 26), Wien 2006

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