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Mohn
Dieses sich Strecken im späten
Sommer bis hin zur Demutsgeste mit geneigtem Haupt Verharren und
wieder warten auf den nächsten Schub
Im Aufrichten erst
platzen die violetten Seidenschalen verbrennen im Feuerschlund des
Himmels in kurzer Zeit Gleich eines Schmetterlinges sammetweichem
Flügelpaar fallen sie zu Boden
Gekrönt wölbt sich der
Leib getrocknet wie Papier auf hartem Stiel im Herbstwind eine
Rassel mit dunkelblauen Träumen dem langen Winter zu
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Alois Vogel wurde am
1.1.1922 in Wien geboren und lebt seit 1976 in Pulkau im Weinviertel. [Mehr...]
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Nach der
Mahd
Moderduft steigt aus dem Nachmittag Kein Wort will uns
gelingen Die Sonne röstet die Lippen schwarz
Alle
Heuernten sind längst vorbei Die Zunge wird vom Wild
gefressen
Ein Hirsch trägt in seinem
Geweih rotglühende Bänder in den beginnenden Abend
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Herbst im Weinland
Blaue
Rauchsäulen über den Dörfern Der Ruch nach
Eichenwäldern im Sonnenlicht Die weiten Kreise des
Bussards Die sperrigen Äste der Akazienbäume Die grünen
Furchen im sanften Schwung gegraben in goldenem Löß Tor um
Tor in weißen Mauern keine Fenster nur Luken aus denen die
Süße der gärenden Trauben glucksende Lieder vom Sommer
singt
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Spätherbst im
Grenzland
Der Nebel die Tropfen an allen Zweigen die braunen
Haufen der Nußbaumblätter darunter die raschelnden
Mäuse
Die Erde in dunklen Schollen am Hügel über
den brummend der Traktor rollt riecht wie immer Erde gerochen
Die
Krähen in niederem Flug hinter dem Pfluge stochern stelzend den
Furchen entlang wie einst hinter den Pferden
Im Nebel das
klagende Pfeifen der Flügelbahn Schienen zwei silberne
Linien spurlos im Nebel verloren |
Als sie die Frau des Malers
holten
Dem Andenken Heinrich
Tahedls
Eben noch Sommer ist Schnee gefallen Wir wissen
zwar alle von dem kalten Kristall unserer Zukunft doch da sich die
Nadeln des Frostes über die Brücke des Mühlbaches
schoben verstummte das Rauschen Des Meisters Farben vertrocknen Er
ist in den Wald gegangen seinen Schmerz zu vergraben Du wirst
ihn vergeblich rufen Die Moose und Flechten vergangener
Jahre bedecken die Hände Seine Füße waten in
Erinnerungen Sein schneeiges Haupt hat sich in Einsamkeit
aufgelöst |