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Alle, die wir den Heimweg vergaßen ...
Alle, die wir am Alltag leiden,
wissen, wir haben die Heimat nicht hier.
Wir lernten an Farbe und Klang uns bescheiden:
im Frühjahr der Goldstaub an blühenden Weiden
und Abend für Abend der Schritt vor der Tür.
Wir hoben den Krug und wir tranken die Stunden
und tranken die Neige noch tränenlos mit.
Wir gingen und hatten die Augen verbunden
und haben am Wege den Mondstein gefunden
und hören am Abend den seltsamen Schritt.
Alle, die wir den Heimweg vergaßen,
haben ein fremdes Dorf erreicht.
Man hat uns verlacht und uns eingelassen.
Nun stehn wir und starren hinaus auf die Gassen
und lauschen dem Schritt, der uns alles begleicht.
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Der Gast
Die Tür steht offen. Draußen wird es licht.
Ich steh am Fenster und ich schau dir nach.
Vergiß, daß deine Hand mein Brot sich brach.
Mein Haus ist deines, doch es hält dich nicht.
So gehst du, und der weite Sommer flicht
dir wieder seine Blumen in das Haar.
Vergiß, daß winters hier die Heimat war!
Mein Haus ist deines, doch es hält dich nicht.
Du hast mir nicht gedankt und das ist gut.
Wenn du mich nicht mehr siehst, vergißt du mein Gesicht,
löschst meinen Namen aus und kennst ihn nicht
und trägst ihn nur als Treibgut noch im Blut.
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Traum von einer Flucht
Von Norden kam das Eis uns nach. Wir spürten
den Frost schon nah und setzten Schritt vor Schritt.
Da hielt ein Strom uns auf, und Brücken führten
in eine Welt, wo niemand Kälte litt.
Wir wollten an das andre Ufer flüchten,
im Auge schon der andern Sonne Licht,
doch sollten wir den Brückenzoll entrichten,
und unsre goldnen Münzen galten nicht.
So blieben wir am Ufer stehn und froren.
Ein kalter Regen schlug uns in das Haar.
Wir hatten unterwegs so viel verloren
und fanden nichts, das drüben gültg war:
Kein Lied, das einer sänge, keine Bitte,
kein gutes Wort, um darin auszuruhn.
Nur eine Handvoll Gold und ein paar Schritte,
und diese Schritte durften wir nicht tun.
So sahn wir unsern letzten Abend kommen
und starrten in den roten Dämmerschein.
Des Nachts sind alle Brücken fortgeschwommen,
und mit dem Morgen fiel der Winter ein.
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WIR HABEN DICH GESUCHT hinterm Abendstern,
lichtjahrweit und jahrtausendelang.
Doch die Jagdgründe draußen, mein großer Bruder,
sind leer,
und die Sterne sind kalte Feuer.
Ein Stern ist kein Zeichen von Dir.
Wir haben ausgespäht nach Deinem Signal:
Hierher! Hier sind Honig und Milch
und die Trauben von Jericho.
Doch all die geraden Wege des Lichts
sind Dir schließlich ausgewichen
und jede Kometenspur hat ins Leere geführt.
So stiehlt sich immer wieder einer davon
und geht den Weg zurück, den wir gekommen sind,
bis er die Tiefe erreicht, die undenkbar ist.
Dort findet er Deinen Baum und in seiner Rinde
zum ersten Mal Dein Alpha und Omega.
Dann kommen ihm endlich Deine Boten entgegen,
sie lächeln und sagen: Leise, er ist zu Haus!
Er schläft und hat Dich herbeigeträumt.
So bleibe in Ihm.
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DU GROSSER TRAUM, der all unser Reichtum war -
die Zeit war so ruhelos, und wir gruben dich ein bei Nacht
für Tage der Freude oder für Tage der Not
und vergaßen dich dann, weil so viel zu vergessen war.
Jetzt ist nichts mehr so wie vorher. Die Erde hat sich bewegt,
der Abraum der leeren Stunden wird mächtiger jedes Jahr,
und keine blaue Flamme zeigt uns den Ort,
wo wir graben müßten, damit wir dich wiederfänden.
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