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Später
Später winterspät im
Windschatten der Städte
sind die Möwen mit
uns
und die Fische in Höhlen von Fenster
zu Fenster
Später winterspät klopfen
Besucher von Inseltür zu Inseltür.
*
Nach dem Fest
Gestern
noch sind die Flamingos bei uns gewesen
rosig und
flatternd mit grünem Wein in den Schnäbeln
heute
aber entflogen blieb uns nur Flaum
und die
leeren Kelche drunten am Strand
*
Gesang im Apfelbaum
So
dunkel die Äste im Regen
und dunkel die Amsel mitten im
Grün
doch ihr gelber Schnabel: wie mutig!
*
Nächtliches Museum
Sie
schreien auch manchmal schreien sie flattern im Buschwerk verwirren
das Laub zerfurchen Asphalt durchsprengen
steinerne Säulen
notieren die Schreie verzeichnen die
Angst alphabetisch geordnet im gläsernen
Schaukasten zahlenbestückt:
wie oft wie viel wie
groß wie nutzlos der Schrei |

wurde am 2.2.1929 in
Wien geboren, nach 1965 ein Pendlerdasein zwischen Stockholm und Wien im
Halbjahresrhythmus [Mehr...]
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Er, nebenan
Meine
Glocke läutet - der tote Nachbar
will fernsehn mit
mir:
Beben der Erde Bomben vom Himmel tötende
Helden Kinder im Hungerland
und Spuren im Mondstaub
-
Glocken läutet mein Nachbar
In Frieden, sagt
er, sanft sollst du nicht ruhn
*
Wäsche im Wind
Es gehen
die Tage niemals verloren angereiht auf einer Wolkenschnur flattern
sie den Weg entlang
deine Wäsche schmutzig rein nimmt dir
niemand ab
manchmal nur gnädig verweht sie der Wind
in
heimlichen Ecken ist alles wieder zu finden
*
Ernte
Gib mir die Ernte all
meiner Jahre: Korn aus den Furchen Spreu in den
Wind:
pfeilschnellen Schwalben willkommenes
Futter unterwegs zum anderen Land |