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podium porträt #3: Margarethe Herzele

ICH-BESCHREIBUNG
(Naturwunder 33,457,326,22)

Schlangen umgürten mein Haupt
- um den Mund
eine lederne Binde.
Meine Hüftknochen:
mondfarbenes Schmuggelsilber!

Schon denke ich d a s
was mein Mund sagt -
und trotzdem bin ich
a l l e i n

Margarethe Herzele


Margarethe Herzele wurde am 2. August 1931 in St. Veit an der Glan geboren, malt und schreibt Gedichte.
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SCHNEELIED

Nichts kehrt wieder,
die Augen ertranken,
und das Gefährt zerbrach. Ende.

Nimm deinen goldnen Dolch, Geliebter!
Katzenschnee und Blütenblut.
Nimm mit auf die Reise
Hände, Wägelchen und struppe Pferdchen.
Nimm mit deine
hundertfache Manneskraft
und kehre heim
als ausgebranntes Haus, als ausgepeitschtes
Hirn,
entleerter Turm - allein,
ohne Liebeslast.

Zitternd kristallisiert sich Schnee
um des Coyoten kleine Beute.

Nichts kehrt wieder.


SONNTAG

Der alten Dame
Schlaftabletten in den Tee gegeben,
dies e i n z i g e Mal!
Aber meine Hände zitterten
als hätte ich
eine Schüssel voll blutiger Gedärme
zur Tür getragen.
Dann: wir beide allein
am fuchsroten Kanapee
in der Schneckenstille des Sonntags.
Ein Büschel Haare
wächst mir auf der Zunge
vor Angst.
Die Uhr wird ruhiger
Zimtgeruch an deinen Händen
Sandkörnchen und Samen
auf deinem schwarzen Pullover


Margarethe Herzele: Ausgewählte Gedichte. Vorwort: Barbara Neuwirth, 64 Seiten, DIN A6, ISBN 3-902054-08-5, Euro 6,-.
 

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